Donnerstag, 17. Mai 2012

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Victoria Seewaldt: "Schon der Verlust von RAR beta in wenigen Zellen kann ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs bedeuten."

 

Einfacher Test: Brustkrebs früh erkennen

Ein neuer und einfacher Test soll bereits früheste Anzeichen von Brustkrebs aufdecken. Die Methode soll es zudem möglich machen, die Erfolge vorbeugender Behandlungen zu kontrollieren. Sie wird derzeit in Kliniken in den USA getestet.

Lange bevor eine Frau etwas in ihrer Brust fühlen oder ertasten kann, kommt Victoria Seewaldt, Onkologin an der Duke-Universität in Durham, USA, möglichen Zeichen einer Brustkrebserkrankung auf die Spur. Mit einem neuen Verfahren, das in den Vereinigten Staaten Breast Pap Smear heißt, kann sie unter den tausenden von gesunden Zellen die heraus suchen, die entartet sind.

Dazu führt sie eine feine Nadel unter örtlicher Betäubung mehrfach an verschiedenen Stellen in die Brust ein. So sammelt sie Zellen aus aus dem gesamten Brustgewebe. Diese werden dann im Labor nach genetischen Veränderungen und untypischen Formen untersucht. Dabei versuchen sie den molekularen Besonderheiten auf die Spur zu kommen, die bei der Entstehung von Brustkrebs normalerweise auftauchen.

Der neue Test hilft zu bestimmen, ob eine Zelle sich von normal zu abnormal verwandelt und ob sie dann eventuell eine Tumorzelle wird, erklärt Seewaldt. Da die Ärzte nun beobachten können, wie sich Zellen im Verwandlungsprozeß zu einer Krebszelle verhalten, ermöglicht ihnen das Risiko der Patientin besser abzuschätzen.

Mit dem Test wird insbesondere nach Anzeichen gefahndet, ob ein ganz bestimmtes Gen einwandfrei arbeiten kann. Dieses Gen wird "RAR beta" genannt. Finden die Ärzte RAR beta in einer Zelle, dann funktioniert in der Regel die körpereigene Krebsabwehr. Ohne dieses Gen ist sie blockiert, was bei Brustkrebspatientinnen häufig der Fall ist, so dass sich ein Tumor ungehindert entwickeln kann. "Schon der Verlust von RAR beta in wenigen Zellen kann ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs bedeuten," warnt Seewaldt.

Erkennen die Ärzte diese Anzeichen, sind sie in der Lage, frühzeitig eine vorbeugende Behandlung zu beginnen. Mit Vitamin A läßt sich beispielsweise die Blockierung von RAR beta wieder aufheben und den Ablauf von Zellwachstum, -teilung und –absterben normalisieren.

Die Kontrolle des RAR beta-Status signalisiert den Ärzten darüber hinaus, ob die Präventivmaßnahmen auch Erfolg haben. Mit weiteren Tests während und nach der Behandlung wird überprüft werden, ob die Therapie mit den verschiedenen Mitteln anschlägt.

Die Ärztin betont, dass die neue Methode weitaus genauer als eine Mammographie ist, da jede einzelne Zelle auf Veränderungen untersucht wird. Mittlerweile wird der Test in drei Zentren in den USA angewendet und wissenschaftlich beobachtet. Davon erhoffen sich die Ärzte genauer heraus zu finden, welche Änderungen in den Zellen das Entstehen von Krebs fördern und mit welchen Mitteln das Voranschreiten aufgehalten werden kann.

WANC 03.04


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