Sonntag, 17. Oktober 2021

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Unter Stress leiden: Risiko für Brustkrebs kann steigen(Foto: DAK/Wigger)

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Brustkrebs durch Stress?

Kann Stress das Risiko einer Frau erhöhen, an Brustkrebs zu erkranken? Wenn man einer Studie glaubt, die mit schwedischen Frauen durchgeführt wurde, dann heißt die Anwort: ja.

Der Zusammenhang zwischen emotionalem Stress und Brustkrebs wurde schon mehrfach erforscht. Allerdings scheinen die Ergebnisse nicht immer ganz eindeutig. Die Studie von Dr. Östen Helgesson von der Sahlgrenska Academy in Göteborg beantwortet die Frage, ob das Immunsystem durch Stress so geschwächt wird, dass die Krebsabwehr des Körpers versagt, so: Bei Frauen, die angaben, Stress im frühen Erwachsenenalter gehabt zu haben, verdoppelte sich das Brustkrebsrisiko im Alter.

Wie sind Dr. Helgesson und seine Mitarbeiter darauf gekommen? Sie werteten die Daten von 1.462 Frauen aus, die 1968/69 untersucht worden waren. Dabei wurde erfaßt, ob die Frauen in den letzten fünf Jahren unter vermehrter Anspannung, Angstgefühlen, Schlafstörungen im Zusammenhang mit Problemen am Arbeitsplatz oder im Privatleben gelitten hatten. Diesen Stress mußten sie in eine von sechs Kategorien einordnen.

Danach wurden die Frauen wieder in den Jahren 1974/75, 1980/81 und 1992/93 untersucht. Fragen zu ihrer Stressbelastung wurden nicht noch einmal gestellt. Nach einem Zeitraum von bis zu 24 Jahren, erkrankten 24 von 456 Frauen (5,3 Prozent) mit Stress an Brustkrebs. Von den 894 Frauen ohne Stress bekamen 23 Frauen Brustkrebs (2,5 Prozent).

Das Durchschnittsalter der Frauen bei der Krebsdiagnose betrug 60,25 Jahre. Somit führte der Stress im jüngeren Jahren meistens erst nach der Menopause zu einer Krebserkrankung. Bei der Untersuchung wurden mögliche andere Risikofaktoren wie Alkohol, Übergewicht, Ausbildungsstand, Familienanamnese, Rauchen, Alter bei der Menarche, Alter bei der Geburt des ersten Kindes, Intervall zwischen den Geburten und Alter bei der Menopause berücksichtigt.

Dennoch kann auch diese Studie nicht alle Fragen beantworten. So bleibt beispielsweise unklar, warum die Erkrankung erst so spät ausbricht. Selbst Helgesson bleibt vorsichtig: "Obwohl unsere Studie den Zusammenhang zwischen Stress und Brustkrebs deutlich zeigt, muß noch weitere Forschung erfolgen, bevor man definitiv behaupten kann, dass Stress das Risiko eine Brustkrebserkrankung erhöht."

WANC 12.03
Quelle:
Federation of European Cancer Societies, European Journal of Cancer 2003; Suppl.1, 5: 220.


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