Freitag, 18. Mai 2012

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Vakuumsaugbiopise (Modell): Kann in vielen Fällen eine operative Gewebeentnahme ersetzen

 

Früherkennung besser nutzen

Einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Früherkennung des Brustkrebs unternimmt das Universitätsklinikum Münster (UKM) mit der Eröffnung eines hochmodernen "Mamma-Diagnostik-Zentrums".

Wichtiges Standbein dieser nach neuesten Erkenntnissen konzipierten Einrichtung ist ein seit kurzem zur Verfügung stehendes 300.000 Euro teures Vakuumbiopsiegerät, das eine schonende und sichere Gewebeentnahme erlaubt und betroffenen Frauen damit Operationen, Schmerzen und Narben ersparen kann. Das neue Mamma-Diagnostik-Zentrum am Institut für Klinische Radiologie des UKM wird nach Angaben der verantwortlichen Mediziner durch seine räumliche und technische Ausstattung in der Lage sein, dem steigenden Bedarf an hochqualitativer Diagnostik Rechnung zu tragen. Mammographie, Ultraschall und das noch junge Verfahren der Vakuumsaugbiopsie wurden in dieser Einrichtung zusammengeführt. Darüber hinaus kann das Institut auf drei Magnetresonanztomographen zugreifen, die bei Bedarf ebenfalls im Rahmen der Brustkrebs-Diagnostik genutzt werden.

Das diagnostische Rückgrat im Kampf gegen den Brustkrebs ist nach wie vor die Mammographie. Hierbei setzt das Institut für Klinische Radiologie auf ein Gerät mit geringster Strahlenexposition und auf eine aufwendige analoge Röntgentechnik. Zwar stehen auch für die Mammographie mittlerweile digitale Verfahren zur Verfügung. Nach Einschätzung der Experten am UKM stecken diese aber leider noch in den Kinderschuhen und sind noch nicht ausgereift.

Wichtiges neues Standbein der Brustkrebs-Diagnostik ist das vor kurzem am UKM etablierte Verfahren der Vakuumsaugbiopsie. Bei dieser Methode werden mit einer kleinen Hohlnadel zielgerichtet Gewebeproben "angesaugt" und für eine anschließende Gewebediagnostik in der Pathologie entnommen. Da für diesen Eingriff lediglich eine lokale Betäubung notwendig ist kann er auch ambulant erfolgen. Vollnarkose und Operation können den Patientinnen somit erspart werden. Digitale Stereo-Röntgenbilder erlauben eine hochpräzise computergesteuerte Navigation der Instrumente. Für die Patientin bedeutet dies eine schonende und gezielte Gewebeentnahme mit geringster Komplikationsrate. Die Navigation über Röntgenbilder ist dabei nach Angaben von Prof. Dr. Walter Heindel, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie des UKM, dem häufiger verbreiteten Einsatz des Ultraschalls im Hinblick auf Präzision deutlich überlegen.

Gefördert werden soll auch der Aufbau eines interdisziplinären Netzwerkes um das UKM herum. "Die Brustzentren, in denen Radiologen, Gynäkologen, Pathologen und andere Experten aus den verschiedensten medizinischen Fachbereichen interdisziplinär zusammenarbeiten, sind heute nicht nur in der Lage, einen Brustkrebs sehr früh zu erkennen, sondern ihn auch effektiv zu behandeln", betont Prof. Dr. Ludwig Kiesel, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des UKM.

WANC 05/03


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