Ist eine Frau vor Beginn der Wechseljahre an Brustkrebs erkrankt, sollte sie keine Hormonersatztherapie bekommen.
So lautet eine Konsensusempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, die nun in der Zeitschrift "Geburtshilfe und Frauenheilkunde" (Georg Thieme Verlag Stuttgart) erschienen ist. Nur wenn Wechseljahresbeschwerden die Lebensqualität extrem beeinträchtigen, könne der Arzt die Gabe von östrogenhaltigen Medikamenten in Betracht ziehen. Diese sollten jedoch in der niedrigst möglichen Dosis verschrieben und sobald wie möglich abgesetzt werden. Vorher sollten Gynäkologen betroffene Frauen über Risiken und Vorteile in ihrer Situation informieren und - falls notwendig - sich mit dem Krebsspezialisten beraten, bei dem die Frau in Behandlung ist.
Um langfristig nachteilige Folgen eines Östrogenmangels während der Wechseljahre zu verhindern, gibt es inzwischen verschiedene Alternativen. Gegen Osteoporose lässt sich durch eine entsprechende Ernährung, Bewegung sowie Vitamin D- und Kalziumpräparate vorbeugen. Ist eine Frau an Osteoporose erkrankt, sind Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate wirksam. Die beste Vorbeugung gegen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems bieten einerseits Änderungen des Lebensstils wie Bewegung oder Nichtrauchen; allerdings sollte ein erhöhter Blutdruck oder Blutfette mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.
Gleitmittel, östrogenhaltige Cremes oder Vaginalringe nutzen gegen Trockenheit der Scheide; bei letzteren Präparaten ist aber nicht ausgeschlossen, dass geringe Mengen des Hormons in den Blutkreislauf gelangen und an anderen Stellen des Körpers wirksam werden können. Leidet eine Frau stark unter Hitzewallungen oder Schlafstörungen, empfehlen die Experten ein Antidepressivum.
WANC 01.03
Quelle: Konsensusempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Senologie 2002: Hormonsubstitution nach Mammakarzinom, Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2002; 62, Georg Thieme Verlag Stuttgart