 |
|
Ex-Ministerin Fischer: Brustzentren müssen Voraussetzungen erfüllen |
|
|
 |
Brustkrebszentren in der Diskussion
Das Problem bringt Prof. Ingrid Schreer, stellvertrende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Senologie, auf den Punkt: "Der Begriff Brustzentrum ist nicht gesetzlich geschützt und im Moment gibt es eine richtige Inflation, Brustzentren schießen wie Pilze aus dem Boden." Tatsächlich finden die Patientinnen bisher keine nachvollziehbaren Qualitätskriterien, anhand derer sie eine Auswahl oder Entscheidung treffen können.
Dabei sind auf europäischer Ebene (EBCN, EUSOMA) Anforderungen formuliert worden, die ein Brustkrebszentrum zu erfüllen hat, wenn es sich als solches bezeichnen will. Diese Anforderungen beziehen sich auf Ausbildung der Spezialisten, Trainingsprogramme und Fortbildungsmaßnahmen, Behandlungsleitlinien, Mindestzahl von Eingriffen im Jahr und die technische sowie organisatorische Ausstattung. So stellte Prof.Dr. Luigi Cataliotti, Präsident der Europäischen Gesellschaft für Brustkunde, EUSOMA, entnervt fest, dass vielerorts Zentren entstehen, die allerdings bei weitem nicht den Kriterien der Erklärung von Florenz entsprächen.
Wie so oft hapert es an der Umsetzung und manchmal auch am Willen. Wetterte die Bremer Europa-Abgeordnete Karin Jöns (SPD): "Ein Name allein steht noch nicht für Qualität. Das Europäische Brustkrebsnetzwerk erarbeitet deshalb gerade Zertifizierungskriterien für interdisziplinäre Brustzentren und zwar nach den Vorschlägen der Europäischen Gesellschaft für Brustkunde, EUSOMA. Die DKG dagegen versucht, ISO-Kriterien bei Kliniken anzulegen. Wir wollen aber nicht nur Behandlungsabläufe prüfen lassen. Sondern die Qualität der Behandlung auf den Prüfstand stellen und die fachübergreifende Zusammenarbeit eines auf Brust spezialisierten Behandlungsteams." (Quelle: die tageszeitung)
Das Land Nordrhein-Westfalen hat jetzt einen ersten Schritt in Richtung Zertifizierung von Brustkrebszentren gemacht. In Zukunft sollen nach dem Willen von Landesgesundheitsministerin Birgit Fischer (SPD) nur noch Krankenhäuser, die jährlich mindestens 150 Operationen und mindestens 50 pro Arzt vorweisen können, als Brustkrebszentrum anerkannt werden.
Die Reduzierung von derzeit 250 Kliniken auf nur noch 50 landesweit, in denen Brustkrebsoperationen vorgenommen werden dürfen, soll nach einer mehrjährigen Übergangszeit erfolgen. Krankenhäuser, so das Ministerium, die als Brustkrebszentren anerkannt werden wollen, müssten sich auf hohe Qualitätsstandards einlassen.
Neben der Mindestzahl an jährlichen Operationen, sei der Nachweis besonderer Kenntnisse in allen diagnostischen Verfahren erforderlich. Auch eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Gynäkologen, Therapeuten und Selbsthilfegruppen vor Ort sei für die Aufnahme in den künftigen Krankenhausplan des Landes Voraussetzung, teilte Ministerin Fischer mit.
|