Mittwoch, 26. Juli 2017

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Tägliche Körperpflege: Verursachen Inhaltsstoffe von Deodorants Krebs?

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Fördern Deos Brustkrebs?

Inhaltsstoffe von Deodorants lagern sich im Gewebe ab. Spuren von Konservierungsmitteln, die in Kosmetika verwendet werden, wurden in Brusttumoren gefunden. Damit ist aber noch längst nicht erwiesen, dass diese Stoffe auch krebserregend sind.

Wissenschaftler der University of Reading haben nachgewiesen, dass chemische Substanzen von Deodorants und anderen Kosmetika sich innerhalb des Körpers ansammeln können. Das Team um Philippa Darbre fand Spuren von Parabenen im Gewebe von an Brustkrebs erkrankten Frauen.

Das Team untersuchte Proben von 20 verschiedenen menschlichen Brusttumoren. Laut der im Journal of Applied Toxicology veröffentlichten Studie fanden sich in jeder der Proben Spuren von Parabenen. Allerdings waren die Konzentrationen nicht sehr hoch und bewegten sich bei 20 ng/g Gewebe. Vorgefunden wurden die Stoffe in einer methylierten Form, wie sie eben überwiegend in Kosmetika eingesetzt werden. Die durchgeführten Tests legen deshalb nahe, dass diese Substanzen nach dem Auftragen auf die Haut in das Gewebe durchgesickert waren.

Parabene sind weitverbreitete und häufig eingesetzte Konservierungsmittel, die wegen ihrer guten Verträglichkeit in Lebensmitteln und Medikamenten verwendet werden. Bei Nahrungsmitteln ist ein Zusatz von 0,1 Prozent erlaubt. Pro Kilogramm Körpergewicht nehmen wir täglich etwa sechs Miligramm zu uns.

Noch beliebter sind Parabene als Zusatz in Kosmetika. Dort sind sie in einer Konzentration von maximal 1 Prozent zugelassen. Die Wissenschaftler schätzen, dass schon im Jahr 1984 rund 13.200 unterschiedliche kosmetische Produkte diese Konservierungsmittel enthielten. Neuere Untersuchungen zeigen einen sehr hohen Anteil von Kosmetika mit dem Zusatz von Parabenen.

Bisher galten Parabene als unkritisch. In verschiedenen Untersuchungen wurde gezeigt, dass diese Stoffe schnell absorbiert und ausgeschieden werden. Man hat zwar beobachtet, dass sie Kontaktallergien auslösen können. Aber dass sie Veränderungen von Zellen hervorrufen, wurde nicht festgestellt.

Bekannt ist jedoch, dass sich Parabene im Fettegewebe festsetzen können. Diese Ablagerungen könnten ein Risiko darstellen. So schreibt das Deutsche Ärzteblatt: "Daraus ergibt sich ein – derzeit nur hypothetisches – Risiko der Substanz."

Erstmals im Jahr 1998 veröffentlichte Studien weisen auf die östrogne Aktivität von Prabenen hin. Seit dem wurde nachgewiesen, dass Parabene in den Östrogenhaushalt eingreifen und beispielsweise das Wachstum bestimmter Brustkrebszellen fördern können. Weil Östrogene das Auftreten von Brustkrebs beeinflussen, besteht deshalb die Möglichkeit, dass diese Konservierungsstoffe auch eine tumorfördernde Wirkung entfalten.

Philippa Darbre und ihr Team betonen, dass ihre Untersuchungen noch keine belegbaren Hinweise dafür liefern, dass diese Substanzen tatsächlich Krebs verursachen. Der Nachweis dieser Substanzen in Brusttumoren gibt laut Darbre aber Anlass zur Besorgnis. Besonders die Erkenntnis, dass Parabene in der Lage sind, die Aktivitäten des weiblichen Hormons Östrogen nachzuahmen und damit möglicherweise das Wachstum von Brusttumoren zu beschleunigen, sollte ihrer Meinung nach dazu führen, den intensiven Einsatz von Parabenen im Brustbereich zu überdenken. Und ihr Einsatz als Konservierungsmittel soll laut den Wissenschaftlern in weiteren Studien genauer hinterfragt werden.

WANC 01.04
Quelle:
Journal of Applied Toxicology (2004; 24: 5–13)


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