 |
 |
 |
"Um eine optimale Behandlungsmethode festzulegen, bedarf es wissenschaftlicher Ergebnisse." |
 |
 |
|
 |
"Ich habe großes Verständnis für die Besorgnis der Patientinnen"
Herr Prof. Höffken, Sie monieren, dass 2500 Brustkrebspatientinnen jährlich aufgrund mangelnder Qualitätsstandards sterben. Warum ist es so schwierig, diese Qualitätsstandards durch- oder umzusetzen? Warum dauert es immer so lange, bis notwendige Neuerungen – siehe Mammographie-Qualitätssicherung – zum Wohle der Patientinnen eingeführt werden?
Bevor wir Standards etablieren, muss sichergestellt werden, dass diese neuen Standards auch tatsächlich den "State of the Art", also die bestmögliche Behandlung darstellen und zum Wohl der Patienten eingesetzt werden können. Gerade beim Thema Brustkrebs-Screening gab es viele Kontroversen. Stimmen wurden laut, dass die Strahlenbelastung, denen die Patientinnen ausgesetzt werden, mehr schadet als nutzt.
Um eine optimale Behandlungsmethode festzulegen, bedarf es wissenschaftlicher Ergebnisse. Wir setzen solche Standards nicht aus dem Bauch heraus, sondern prüfen, optimieren und beweisen sie innerhalb klinischer Studien. Qualitätsstandards und Leitlinien sind immer evidenzbasiert. Das hat zur Folge, dass zwischen einer "Idee" und ihrer Umsetzung die Phase der Prüfung und Beweisführung liegt, die auch nicht übersprungen werden darf.
Allerdings arbeiten wir seit geraumer Zeit daran, diese Phase durch die Bereitstellung einer optimierten Infrastruktur zu verkürzen. Ein Beispiel ist das "Studienhaus Onkologie" der Deutschen Krebsgesellschaft, das sich auf die Organisation von klinischen Studien spezialisiert hat und die Rahmenbedingungen für eine schnelle und qualitative Durchführung der Studien schafft. Wir hoffen, dadurch den oftmals langen Zeitraum zur Realisierung von Innovationen verkürzen zu können.
zurück
|