Verstehen Sie viele betroffene Frauen, die auf Grund der Defizite verunsichert, verärgert und teilweise sogar verzweifelt sind? Was empfehlen Sie denen?
Ich habe großes Verständnis für die Besorgnis der Patientinnen und wir wissen, dass Hiobsbotschaften wie "2500 Brustkrebspatientinnen sterben jährlich an mangelnden Qualitätsstandards" die Betroffenen stark verunsichern. Problem ist jedoch, dass ohne die drastische Benennung von Missständen keine Veränderung herbeizuführen ist. Das ist aber dringend notwendig.
Wenn wir diesen Fakt verschwiegen, würden wir die Patientinnen zwar in Sicherheit wiegen, aber das wäre eine falsche Sicherheit, weil wir dann diese Missstände stillschweigend hinnehmen würden. Die Zahl der jährlich aufgrund von Qualitätsmängeln verursachten Opfer würde sich nicht verringern, sondern stagnieren. Das wäre ein Betrug an den Patientinnen. Wir betreiben Aufklärungsarbeit, die konstruktiv Kritik übt und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt. Wir setzen uns für die Optimierung der Versorgung ein.
Betroffenen Patientinnen, die sich im Moment jedoch stark verunsichert fühlen, rate ich, sich an die Patientenstelle der Deutschen Krebsgesellschaften oder der anderen großen Krebsorganisationen zu wenden. Ebenso kompetent erteilen auch die zahlreichen Selbsthilfegruppen Auskunft. Und – wie gesagt – wir setzen alles daran, unser Gütesiegel so schnell wie möglich umzusetzen und somit jegliche Verunsicherung endgültig zu beseitigen. Bis dahin empfehlen wir bei Zweifeln oder Fragen das Einholen einer Zweitmeinung.