Freitag, 10. September 2010

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Sarkom: bösartiger Tumor, der Binde- und Stützgewebe befällt; näher bezeichnet nach seinem Ursprung, z. B.

  • Rhabdomyosarkom: bösartige Geschwulst der quergestreiften Muskulatur.
  • Osteosarkom: bösartige Geschwulst des knochenbildenden Gewebes.
  • Fibrosarkom: bösartige Geschwulst des Bindegewebes.

s.c.: Subcutan („unter die Haut“).

Schilddrüse: siehe Drüse.

Schlüsselbein: der beidseitige, zum Schultergürtel gehörende S-förmige Knochen mit endständigen Gelenkflächen für Brustbein u. Schulterblatt (Articulatio sterno- bzw. acromioclavicularis).

Schwenklappenplastik: chirurgische Hautdefektdeckung mit einem gestielten, aus der Umgebung eingeschwenkten Hautlappen (maximal 1,5fach so lang wie breit). Deckung der Entnahmestelle meist durch Spalthauttransplantat.

Screening-Untersuchung: (engl., Bildschirm/durchsieben) systematischer Suchtest, Verfahren zur Reihenuntersuchung.

Segment: Abschnitt, Teilstück.

Sekret: von Zellen abgesonderte Flüssigkeit, z. B. Verdauungssekret.

Sekundär: an zweiter Stelle.

Sensitivität: die Fähigkeit eines Tests, eine Person mit einer fraglichen Erkrankung als krank zu identifizieren.

Sentinel-Lymphknoten: auch Wächterlymphknoten. Der erste Achsel-lymphknoten im Lymphabfluss der Brust. Wird oft bei Brustkrebs auf Tumorzellen untersucht, um festzustellen, ob Krebszellen der Brust ins Lymphsystem vorgedrungen sind. Falls der Sentinel frei von Tumorzellen ist, ist in 95% der Fälle die gesamte Achselhöhle frei und es kann möglicherweise auf die Operation der Achselhöhle verzichtet werden.

Serokonversion: erstmaliges Auftreten von Antikörpern nach der Infektion. Der Nachweis der Infektion kann über Blutuntersuchungen geführt werden.

Serotyp: Untergruppe eines bestimmten Mikroorganismus, der sich nur anhand seiner Antigenstruktur vom Original unterscheiden lässt.

Serotonin: ein Hormon im menschlichen Körper, welches als Nervenbotenstoff dient. U. a. beeinflusst Serotonin die Weitung bzw. Verengung von Blutgefäßen. Außerdem spielt Serotonin eine entscheidende Rolle bei durch Chemotherapien ausgelöster Übelkeit und Erbrechen.

Shunt: operativ angelegte Schleimhautverbindung ( "Rohr" ) zwischen der Schluckstraße (Hypopharynx, Speiseröhre) und der Luftröhre, die wie ein Ventil funktionieren soll. Durch den Verschluss der Luftröhrenöffnung (Tracheostoma) mit dem Finger oder einer Spezialtrachealkanüle wird die ausgeatmete Luft in die Schluckstraße gepresst. Dadurch werden bestimmte Schleimhautbezirke in Schwingungen versetzt und Töne erzeugt.

Sicherheitsabstand: Abstand zwischen erkranktem und gesundem Gewebe, der bei einer Entfernung von erkranktem Gewebe mindestens gewahrt werden muss, um sicher sein zu können, dass kein erkranktes Gewebe mehr im Körper verbleibt.

Sigmoidoskopie: Untersuchung der unteren Dickdarmanteile einschließlich des Enddarms. Das Sigmoid (auch: Sigmaschleife) ist der Dickdarmabschnitt vor dem Enddarm.

Silikon: eine gelartige Masse, die aufgrund ihrer guten Formbarkeit oft in der Wiederherstellungschirurgie, z. B. bei der Brustrekonstruktion, verwendet wird.

Single-Photon-Emissions- Computertomographie (SPECT): modernes rechnergestütztes bildgebendes Verfahren. Stellt Schnittbilder von Körperorganen her, auf denen Stoffwechselvorgänge abgebildet werden. Befindet sich im Großen und Ganzen noch in der Erprobung.

Skalpell: kleines chirurgisches Messer mit feststehender Klinge.

Somatisch: den Körper betreffend.

Sonographie (Ultraschalluntersuchung): Diagnosemethode, bei der Ultraschallwellen durch die Haut in den Körper eingestrahlt werden. An den Stellen, an denen die Wellen an Gewebs- und Organgrenzen zurückgeworfen (reflektiert) werden, kann ein Empfänger die Wellen wieder aufnehmen und mithilfe eines Computers in Kurven oder Bilder verwandeln. Es tritt keine Strahlenbelastung auf.

Spermakonservierung: die Konservierung von Sperma-Einzelportionen durch programmiertes Einfrieren (flüssiger Stickstoff von -196°C) unter Zusatz von Kryoprotektiva (z.B. Glyzerin, komplexe Medien) dient der Aufbewahrung für die spätere künstliche Besamung. Die Lagerung erfolgt meist in einer speziell ausgestatteten Samenbank.

Spezifität: die Fähigkeit eines Tests, eine Person ohne Erkrankung als gesund zu identifizieren.

Spiegelung: Untersuchungsverfahren, bei dem durch ein flexibles Rohr mit Faseroptik und Kaltlichtquelle innere Organe wie Speiseröhre oder Luftröhre betrachtet werden.

Spirale: Kurzbezeichnung für Intrauterinpessar (IUD), da die meisten Modelle ein Drahtgewinde (Kupferdraht, früher oft Silberdraht) aufweisen.

Splenektomie: operative Entfernung der Milz zu diagnostischen Zwecken.

Sputum: Auswurf; Gesamtheit der Sekrete der Luftwege.

Stadieneinteilung (Staging): bei bösartigen Tumoren wird die Ausbreitung innerhalb des Entstehungsorgans in die Nachbarorgane und in andere Organe festgelegt, wobei die Größe des ursprünglichen Tumors (Primärtumor), die Zahl der befallenen Lymphknoten und die Metastasen formelhaft erfasst werden (siehe auch TNM-Klassifikation,Grading).

Staging: Einteilung in einzelne
Stadien, die die Ausdehnung einer
Erkrankung angeben. Siehe auch
Stadieneinteilung.

Stammzelle: die im Zellspeicher "Knochenmark" befindlichen Blutstammzellen. Etwa 50% der aus Zellteilungen hervorgehenden Zellen bleiben weiterhin undifferenziert ("pluripotente Stammzellen), während die restlichen bereits in Vorstufen ihrer Reihe differenziert sind ("determinierte Stammzellen"), die dann im Produktionsspeicher weiterreifen u. – ohne weitere Teilungen – im Reifungsspeicher Vollreife (Blutgängigkeit) erreichen, wonach sie im Reservespeicher abrufbereit verharren.

Stammzelltransplantation: Blutstammzelltransplantation. Übertragung bzw. Reimplantation von hämatopoetischen Stammzellen bei der Therapie schwerer onkologischer, hämatologischer oder immunologischer Erkrankungen; ursprünglich in Form der Knochenmarktransplantation, in zunehmendem Maß aus dem peripheren Blut. Dazu werden Stammzellen - meist nach vorangegangener Chemotherapie - mit hämatopoetischen Wachstumsfaktoren (z. B. G-CSF) in das Blut mobilisiert u. mit Blutzellseparation (Leukapherese) gewonnen. Unterschieden werden autologe Stammzellen (der Patient erhält seine eigenen, ihm entnommenen Stammzellen zurück) und allogene Stammzellen (Stammzellen eines HLA-identischen oder HLA-kompatiblen Familienmitglieds oder eines nicht verwandten Spenders; Fremdspendertransplantation). Indikationen: Ersatz der zerstörten Hämato- u. Lymphopoese nach myeloablativer Ganzkörperbestrahlung mit Chemotherapie oder alleiniger hochdosierter Chemotherapie bei malignen Erkrankungen; nicht-maligne Erkrankungen (hämatologische Erkrankungen, z. B. schwere aplastische Anämie; immunologische Erkrankungen, z. B. schwerer kombinierter Immundefekt, andere kombinierte Immundefekte).

Stenosen: Verengung von Hohlorganen oder Gefäßen; z. B. durch eine Geschwulst hervorgerufene Verengung des Magens.

Stereotaktische Radioneurochirugie: mithilfe der Stereotaxie können für einen bestimmten Zeitraum ionisierende Strahler in Kunststoffkathetern oder in Form kleiner Stifte (seeds) in die betroffene Gehirnregion eingeführt werden. Dies führt zu einem Gewebeuntergang (Strahlennekrose) in einem Bezirk des Gehirns, der idealerweise genau der Tumormasse entspricht.

Stereotaxie: die Stereotaxie ist ein neurochirurgisches Verfahren, das zu Diagnose- und Behandlungszwecken eingesetzt wird. Dabei wird der Kopf des Patienten in einem so genannten Stereotaxierahmen befestigt. Mit Hilfe einer Stereotaxienadel lassen sich tiefe Gehirnregionen gezielt und schonend erreichen, wobei Gewebeproben entnommen (stereotaktische Biopsie) und ionisierende Strahlenquellen eingeführt werden können (stereotaktische Radioneurochirurgie).

Sterilität: Unfruchtbarkeit; zeitweilige
(z. B. durch Kontrazeptiva) oder dauerhafte Unfähigkeit zur Fortpflanzung infolge Ausfalls oder Störung der Gametenbildung, einer Unmöglichkeit der Begattung oder Gametenvereinigung (= Impotentia coeundi bzw. concipiendi; z. B. wegen Fehlbildung des Genitales bzw. infolge Gifteinwirkung, hohen Alters) oder Störung der Fähigkeit zur Austragung der Frucht (= Impotentia gestandi; Infertilität). a) Bei der Frau je nach Ort der primären Ursache. Die Diagnostik (bei steriler Ehe) umfasst die Anamnese sowie Palpation u. Inspektion (einschließlich Portio- u. Vaginalzytologie u. bakteriologischer Untersuchung), Kontrollen der Basaltemperatur, Untersuchung des Zervixsekretes (auf Viskositätsänderung, Farnkrautphänomen, Penetrierbarkeit [Postkoitaltest]), Endometriumuntersuchung (Biopsie), Kontrolle der Hormone (die Gonadotropine FSH, LH, HCG; Östrogene, Pregnandiol, Prolactin), Laparoskopie, Pertubation, Hysterosalpingographie, genetische u. immunologische Untersuchungen. b) Beim Mann ebenfalls vielfältige Ursachen (z. B. organisch u./oder funktionell gonadal; Fehlbildung, Krankheiten [bzw. Krankheitsfolgen] der Samenwege); Abklärung erfolgt außer durch Anamneseerfassung und klinische Untersuchung des Genitales durch Untersuchung des Ejakulates (auf Volumen, Spermienzahl, -gestalt u. -motilität; Bestimmung des Fructosegehaltes, der Penetrationsfähigkeit [Postkoitaltest]), durch Hodenbiopsie u. ebenfalls durch endokrinologische, immunologische u. genetische Untersuchung.

Stigma: Kennzeichen, Mal, Brandmal, auch im übertragenen Sinne.

Stimulation: Anregung.

Stimulieren: anregen.

Stoma: künstlicher Darmausgang in der Bauchhaut.

Stomatitis: Entzündung der Mundschleimhaut

Strahlenbehandlung (Radiotherapie): Anwendung ionisierender Strahlen zu Heilungszwecken. Hierbei werden grundsätzlich sehr viel höhere Strahlendosen notwendig als bei der Anfertigung eines Röntgenbildes zu diagnostischen Zwecken. Man unterscheidet die interne Strahlentherapie ("Spickung" mit radioaktiven Elementen) und die externe Strahlentherapie, bei der der Patient in bestimmten, genau festgelegten Körperregionen von außen bestrahlt wird. Beide Methoden können auch gemeinsam zur Bekämpfung eines Tumorleidens eingesetzt werden. Die Strahlentherapie unterliegt strengen Sicherheitsauflagen, die eine Gefährdung des Patienten vermeiden helfen.

Subcutis: Unterhaut mit Fettgewebe; darüber liegen Leder- und Oberhaut.

Symptom: Krankheitszeichen.

Syndrom: Gruppe von Krankheitszeichen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter Entstehungsursache oder -entwicklung charakteristisch ist.

Szintigraphie/Szintigramm: Untersuchung und Darstellung innerer Organe mit Hilfe von radioaktiv markierten Stoffen. In einem speziellen Gerät werden dabei von den untersuchten Organen durch aufleuchtende Punkte Bilder erstellt, die als Schwarzweißbilder z. B. auf Röntgenfilmen ausgegeben werden können. Anhand des Szintigramms kann man auffällige Bezirke sehen und weitere Untersuchungen einleiten.

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