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Der Bericht will die Zweifel am medizinischen Nutzen dieses in Deutschland seit 2005 angebotenen Screening-Programms widerlegen (Foto: kvb) |
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Bericht über Erfolg des Mammographie-Screenings
Mammographie-Screening - für viele
bedeutet das medizinischen Fortschritt im Sinne der Frauen. Für andere
ist das eine riesige nutzlose Aktion, die mehr schadet als hilft. Der
erste Bericht über das Mammographie-Screening-Programm will nun
belegen, dass es vorzeigbaren Mehrwert für die Frauen gibt. Doch Zweifel
bleiben.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und die Kooperationsgemeinschaft
Mammographie (KoopG) haben den ersten Evaluationsbericht des
Mammographie-Screening-Programms in Deutschland vorgestellt. In dem
Bericht sind die Auswertungen des Mammographie-Screenings von 77
Screening-Einheiten aus den ersten drei Jahren des Programms von 2005
bis 2007 zusammengefasst. Bis zum Jahresbeginn 2009 haben inzwischen
alle 94 Screening-Einheiten ihre Arbeit aufgenommen. Damit besteht
jetzt für mehr als 10 Millionen Frauen im Alter zwischen 50 und 69
Jahren ein flächendeckendes Angebot zum Mammographie-Screening als
Bestandteil des Pflichtleistungskatalogs der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV).
Auf der Grundlage Europäischer Leitlinien haben Ärzte, Krankenkassen
und Politik gemeinsam das größte europäische Früherkennungsprogramm für
Brustkrebs nach strengen Vorgaben zur Qualitätssicherung aufgebaut.
Hier zwei Punkte, durch die der Bericht die Erfolgsparameter als
erfüllt sieht:
• Durch das Mammographie-Screening
werden wesentlich häufiger kleine Tumoren aufgespürt. Der Anteil der invasiven
Karzinome von einer maximalen Größe bis 10 Millimeter liegt im
Screening bei gut 30 Prozent. Vor Einführung des
Mammographie-Screenings waren es nur rund 14 Prozent.
• Bei mehr als zwei
Drittel (76,7 %) aller im Programm entdeckten invasiven Karzinome waren
die Lymphknoten noch nicht befallen. Vor dem Screening lag der Wert mit
49 Prozent deutlich darunter.
"Für Frauen mit kleinen Tumoren, die
nicht gestreut haben, bestehen die besten Chancen, vollständig geheilt
zu werden", betonte Dr. Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums
Mammographie Südwest. "Die betroffenen Frauen profitieren außerdem von
einer schonenderen und meistens brusterhaltenden Therapie. Das ist ein
deutlicher Gewinn für die Frauen."
Für das Brustkrebs-Screening mussten völlig neue Infrastrukturen
geschaffen werden. "Im deutschen Gesundheitssystem gab es für solch ein
Früherkennungsprogramm bisher keine vergleichbaren Vorbilder", unterstreicht
Dr. Wolfgang Aubke, stellvertretender Beiratsvorsitzender der KoopG.
Das sei gerade in der Startphase des Brustkrebs-Screenings nicht immer
leicht gewesen. Entscheidend für den jetzigen Erfolg und die Akzeptanz
des Programms bei den Frauen seien die konsequente Umsetzung der hohen
Qualitätsanforderungen und die Transparenz im Screening.
Auch das ist nicht unumstritten. Experten verweisen auf die Grenzen der
Mammografie: Die Treffsicherheit sei bei Brüsten mit dichtem Gewebe -
das treffe auf etwa 40 Prozent der Frauen zu - deutlich reduziert.
Moniert beispielsweise Professor Maximilian Reiser vom Vorstand der
Deutschen Röntgengesellschaft aus München. Wichtige zusätzliche
diagnostische Verfahren kämen in dem Programm kaum zum Zuge.
Im Jahr 2002 hatten Bundestag und Bundesrat einstimmig beschlossen, ein
Mammographie-Screening-Programm auf der Grundlage der Europäischen
Leitlinien in Deutschland einzuführen. Danach erhalten Frauen im Alter
zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine Einladung zum
Mammographie-Screening. Eine Kritik lauete, warum das Screening auf
diese Frauen beschränkt ist und jüngere wie ältere Frauen nicht daran
teilhaben? Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) hat die
Ausweitung des Screenings auf Frauen ab 40 und bis zum 75. Lebensjahr
immer wieder gefordert.
Ziel des Brustkrebs-Screenings ist es, durch
eine frühzeitigere Diagnose von Brustkrebs eine schonende und
erfolgreiche Therapie der bösartigen Tumore zu erreichen und so die
Sterblichkeit an der Erkrankung deutlich zu senken. Zur Koordination,
Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms
haben die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztlichen
Bundesvereinigung gemeinsam die Kooperationsgemeinschaft Mammographie
gegründet. Im Jahr 2005 nahmen die ersten Screening-Einheiten ihre
Arbeit auf.
Ob sich der ganze Aufwand gelohnt hat? "Der Bericht widerlegt die Zweifel am medizinischen Nutzen dieses in
Deutschland seit 2005 angebotenen Screening-Programms und unterstreicht
anhand von belastbaren Daten den Mehrwert für alle Frauen, die an dem
Programm teilnehmen. Das in Deutschland flächendeckend eingeführte
Screening ist das derzeit bestverfügbare Instrument, um bei Frauen eine
Brustkrebs-Erkrankung möglichst frühzeitig zu entdecken und damit durch
eine schnelle und zielgerichtete Behandlung die Heilungschancen zu
verbessern", gibt sich Dr. Rainer Hess, Unparteiischer Vorsitzender des
G-BA, sicher.
"Die Ergebnisse belegen, dass es in Deutschland gelungen ist, für
Frauen ein Programm zur Brustkrebsfrüherkennung von hervorragender
Qualität einzuführen", meint auch Thorsten Kolterjahn,
Beiratsvorsitzender der KoopG.
WANC 08.10.09
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