Freitag, 26. Februar 2021

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Foto: Roche
Der HER2-Antikörper bindet an HER2 und verhindert die Überflutung der Brustkrebszelle mit Wachstumssignalen

 

Langzeiterfolg bei stark rückfallgefährdeten Patientinnen

Eine Behandlung von Brustkrebspatientinnen etwa ein Jahr lang vor der Operation mit Chemotherapie sowie einem speziellen Wirkstoff gegen HER2 erhöht den Operationserfolg und reduziert das Risiko eines erneuten Auftretens der Erkrankung.

Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs, die vor der Operation eine Behandlung mit einem speziellen Wirkstoff plus Chemotherapie erhielten, waren drei Jahre nach Therapiebeginn in ca. 70% der Fälle krankheitsfrei. Bei Patientinnen, die vor der Operation ausschließlich mit einer Chemotherapie behandelt worden waren, betrug der Anteil 50%. Profitieren können davon vor allem Patientinnen mit einem frühen, aber lokal fortgeschrittenen Brustkrebs, der sich auf umgebendes Gewebe wie Haut, Muskeln oder Lymphknoten ausgebreitet hat. Diese Frauen sind in der Regel mit einer hohen Rezidivrate und einer kurzen Lebenserwartung konfrontiert.

Das Ziel der präoperativen (neoadjuvanten) Therapie bei Frauen mit Brustkrebs besteht darin, zur Erleichterung der Operation den Tumor lokal besser unter Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig gilt es, die Sensitivität des Tumors gegenüber einer spezifischen Behandlung zu ermitteln. Die Ergebnisse der sogenannten NOAH-Studie (NeOAdjuvant Herceptin) zeigen, dass die präoperative Herceptin-Behandlung dazu beträgt, einen lokal fortgeschrittenen Brustkrebs zum Schrumpfen zu bringen und den Langzeiterfolg zu verbessern.

Die Gabe von Herceptin zusätzlich zur Chemotherapie reduzierte das relative Rezidivrisiko um etwa die Hälfte. Darüber wurde mit dieser Therapieoption bei nahezu doppelt so vielen Patientinnen der Tumor vollständig zerstört (ein vollständiges pathologisches Ansprechen auf die Behandlung), nämlich bei 39% im Vergleich zu 20% der ausschliesslich mit Chemotherapie behandelten Patientinnen.

Bei HER2-positivem Brustkrebs sind an der Oberfläche der Tumorzellen erhöhte Mengen des HER2-Proteins vorhanden, weshalb man von „HER2-Positivität“ spricht. Hohe HER2-Werte finden sich vor allem bei einer sehr aggressiven und auf Chemotherapie schlecht ansprechenden Form der Erkrankung. Untersuchungen haben ergeben, dass bei ca. 20 der Frauen mit Brustkrebs ein HER2-positiver Tumor vorliegt.

WANC 26.02.09, Quelle: World Health Organization,  Ferlay J, et al., GLOBOCAN 2002. Cancer Incidence, Mortality and Prevalence Worldwide. IARC CancerBase No.5, Version 2.0. IARCPress, Lyon, 2004


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