Dienstag, 30. Mai 2017

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Ob es eine Krebspersönlichkeit gibt, ist umstritten

 

Gibt es eine „Krebspersönlichkeit?“

Bei der Suche nach der Ursache für die Entstehung von Krebserkrankungen wird seit jeher auch über den Zusammenhang mit speziellen persönlichkeits-psychologischen Merkmalen spekuliert.

Dabei taucht immer wieder der Begriff der "Krebspersönlichkeit" auf. Verschiedene Autoren sind der Ansicht, in ihren Untersuchungen hervorstechende Merkmale im Charakter von Krebspatienten entdeckt zu haben, die die Entstehung der Erkrankung begünstigen. Dazu sollen gehören: angepasster Lebensstil, Tendenz zur Selbstaufopferung, schwaches Selbstbewusstsein, mangelndes Durchsetzungsvermögen, Abschiebung von Konflikten, Veranlagung zu depressiven Stimmungen, mangelndes Ausdrucksvermögen von Bedürfnissen und Gefühlen, reduzierte Aufmerksamkeit gegenüber körperlichen Symptomen.

Doch was ist wirklich an diesen Theorien dran? Alles Humbug oder ernst zu nehmende Forschungsergebnisse? Umfangreiche Untersuchungen stellen den Zusammenhang zwischen speziellen Persönlichkeitsmerkmalen und der Entstehung einer Krebserkrankung als äußerst fragwürdig dar. So kommt beispielsweise Dr. Reinhold Schwarz, Ärztlicher Leiter der psychosozialen Nachsorgeeinrichtung für Tumorkranke an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, zu dem Schluss, dass es keine "Krebspersönlichkeit" gibt. Der Arzt und Soziologe konnte in einer Studie zeigen, dass sich die häufig angeführten psychischen Merkmale bei Krebspatienten als eine Reaktion auf die Diagnose "Krebs" einstellen und sogar dann auftreten, wenn Menschen nur befürchten, an Krebs zu leiden.

Bestimmte Persönlichkeitsstrukturen sind also nicht der Grund für die Entstehung der Krebserkrankung, sondern die Auswirkung. Somit besteht lediglich ein Scheinzusammenhang, was die These von der "Krebspersönlichkeit" endgültig zum Kippen bringt.


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