Dienstag, 07. September 2010

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Abdomen: Bauch, Ober-/Unterleib.

Absorption: Aufnahme von Substanzen.

Abwehrfunktion: die Fähigkeit des menschlichen Organismus, das Eindringen körperfremder Elemente zu verhindern.

Aden: Drüsen (Adenokarzinom ist das Karzinom, das an den Zellen mit Drüsenfunktion entsteht).

Adenokarzinom: Krebsgeschwulst, die von den drüsigen Anteilen der Schleimhaut ausgeht.

Adjuvant: die Wirkung zusätzlich unterstützend, ergänzend.

Adjuvante Therapie: unterstützende Behandlung nach operativer Entfernung des Tumors. Das Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des z. B. von Darmkrebs befallenen Gewebes. Die adjuvante Therapie soll die Operation darin unterstützen, indem sie vereinzelte, im Körper verbliebene Tumorzellen beseitigt.

Akut: plötzlich auftretend, von heftigem und kurz andauerndem Verlauf (im Gegensatz zu chronisch).

Akzelerierte Phase: beschleunigte Phase.

Alkalische Leukozytenphosphatase: vorwiegend in Neutrophilen, selten in Metamyelozyten, nicht in den übrigen hämatopoetischen Zellen zytochemisch nachweisbare Leukozytenphosphatase; in Granulozyten erniedrigt bei chronischer Myelose, paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie, erhöht bei Osteomyelosklerose, Polycythaemia vera, essenzieller Thrombozythämie, reaktiver Granulozytose.

Allergie: spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit, meist gegen exogene, nicht–infektiöse Stoffe. A.n richten sich gegen meist unschädliche Umweltstoffe, die von außen mit dem Körper in Kontakt treten (Allergen); können sich in nahezu allen Organen manifestieren, am häufigsten betroffen sind jedoch Haut u. Schleimhäute. Verschiedene klinische Zustandsbilder sind z. B. anaphylaktischer Schock, allergische Rhinokonjunktivitis, Urtikaria, Serumkrankheit, allergische Vaskulitis u. Alveolitis, Kontaktekzem, allergisches Asthma, Arzneimittelallergien. Einteilung nach Coombs u. Gell in 4 Typen: IgE-vermittelte Soforttypreaktion (Typ I); zytotoxische Reaktion (Typ II); Immunkomplexreaktion (Typ III); zelluläre Überempfindlichkeit (Typ IV).

Allogen: (allo = fremd) von einem anderen Menschen stammend; z. B. allogene Kochenmarktransplantation.

Allogene Knochenmarktransplantation: (griech.,allos = anders, verschieden). In diesem Zusammenhang Übertragung von Knochenmark von einem fremden Spender; Voraussetzung dafür ist, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger weitestgehend übereinstimmen.

Alpha-Fetoprotein: erhöhte Werte finden sich insbesondere bei Lebererkrankungen und Leberkrebs.

Alternativtherapie: Auswahl zwischen zwei oder mehreren gleichwertigen Therapiemöglichkeiten. Bei Krankheiten und in der Medizin wird der Begriff häufig im Sinne von eine andere Lebensweise vertretend benutzt. Die Alternativtherapie wird zum Teil als menschenfreundlichere und die Lebensqualität verbessernde Behandlungsform angepriesen, ohne dass eine wissenschaftliche Überprüfung stattgefunden hat.

Ambulant: ohne dass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.

Amenorrhoe: Amenorrhö, Amenorrhoea, das Nichteintreten (primäre Amenorrhoe) oder Ausbleiben (sekundäre Amenorrhoe = Menostase) der Regelblutung bei der geschlechtsreifen Frau. Wird verursacht durch Entwicklungsstörung (Agenesie, Aplasie, Dysplasie) oder Funktionsstörung der Eierstöcke, durch Fehlen der spezifischen tropen Hypophysenhormone (bei primär örtlicher oder bei sekundärer Störung des Hypophysen-Zwischenhirn-Systems, u. a. bei endokrinen u. bei schweren Allgemeinerkrankungen, als Stress-, Behandlungsfolge) sowie – als uterine A. – durch krankhafte Prozesse der Gebärmutter (Endometritis; ferner nach Abort, Curettage). Wird je nach Ansprechbarkeit auf eine (diagnostische) Verabfolgung entsprechender Sexualhormone auch unterschieden als Amenorrhoe I. Grades und Amenorrhoe II. Grades: Bei der erstgradigen tritt nach Progesteron-Stoß eine Entzugsblutung ein (das Endometrium ist hier bereits durch natürlich vorhandene Östrogene verändert; die vegetative Funktion des Ovars ist zumindest partiell intakt, aber es besteht
z. B. eine Follikelpersistenz); bei der zweitgradigen tritt eine Entzugsblutung nur nach Östrogen- oder Östrogen-Gestagen-Stoß auf (d. h. es besteht eine Störung sowohl der vegetativen als auch der generativen Funktion des Eierstocks).

Amputation: chirurgische Abtrennung eines Körperteils.

Anämie: Blutarmut; die Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) oder des Anteils der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) im Vollblut unter den unteren Normalwert einer vergleichbaren Bevölkerungsgruppe. Sie verursacht vor allem eine Störung des Sauerstoff- = O2-Transports u. eine Verminderung der O2-abhängigen Leistungen. Sie tritt als primäre oder als symptomatische (= sekundäre) Erkrankung auf (z.B. als Infekt-, Tumoranämie) sowie akut oder chronisch; lässt sich nur unbefriedigend nach Ursachen, Morphologie (z. B. makro-, mikrozytäre Anämie), Farbstoffgehalt (z. B. hyper-, hypochrome Anämie) etc. systematisieren.

Anamnese: Krankengeschichte; Art, Beginn und Verlauf der (aktuellen) Beschwerden, die im ärztlichen Gespräch mit dem Kranken erfragt werden.

Anaphylaxie: immunologisch bedingte, akute Maximalvariante einer allergischen Allgemeinreaktion, die den ganzen Organismus umfasst u. mit typischen Symptomen einhergeht. Im engeren Sinn auf die IgE-vermittelte Soforttypreaktion beschränkt (Allergie); ähnliche klinische Symptome treten jedoch auch bei der Immunkomplex-Anaphylaxie oder bei nicht-immunologischen Reaktionen (anaphylaktoide Reaktion) auf. Symptome der A. umfassen vornehmlich Haut (Flush, Urtikaria), Mundhöhle, Respirationstrakt (Rhinorrhö, Bronchospasmus, Atemstillstand), Gastrointestinaltrakt (Nausea, Krämpfe), Herz-Kreislauf-System (Tachykardie, Blutdruckschwankungen, Rhythmusstörungen, Schock, Herzstillstand). Todesfälle durch A. sind beschrieben worden. Die häufigsten Auslöser sind Arzneimittel, Insektengifte u. Nahrungsmittel.

Anästhesie: Unempfindlichkeit gegen Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreize z. B. als gewünschtes Ergebnis einer Betäubung.

Anastomose, bilio-digestive: operative Verbindung zwischen Gallengängen (seltener der Gallenblase) und Dünndarm oder Zwölffingerdarm.

Androgene: männliche Geschlechtshormone, die die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale des Mannes fördern. Das wichtigste Androgen ist das Testosteron. Durch Androgenentzug kommt es zu einer Verkümmerung der
Prostata.

Anthrazykline: zytostatisch wirkende Antibiotika, deren klinische Bedeutung durch ihre Kardiotoxizität eingeschränkt wird; zu den Anthrazyklinen gehören v. a. Daunorubicin, Doxorubicin, Epirubicin.

Antiandrogene: Substanzen, die die Wirkung der natürlichen Androgene aufheben.

Antigen: Bezeichnung für jede Substanz, die vom Immunsystem als fremd erkannt wird. Löst meist eine Immunreaktion aus, die zur Immunität führt. Im Fall der Allergie bzw. Atopie ist diese übersteigert. Das Antigen (AG) löst eine humorale (Antigen-Antikörper-Reaktion) u./oder zellvermittelte Abwehrreaktion aus. Wird das AG vom Immunsystem geduldet (Immuntoleranz), wird es auch als "Tolerogen" bezeichnet. Antigenwirksam sind v. a. komplexe u. größermolekulare Stoffe (Eiweißkörper, Polysaccharide, Nucleotide u. zahlreiche synthetische Verbindungen) mit chemisch charakterisierbaren Gruppierungen (Determinante), die für die Immunantwort verantwortlich sind. Unterschieden als
1) meist höhermolekulares Voll-AG, das allein in der Lage ist, eine Immunreaktion auszulösen,
2) als niedermolekulares Hapten (= Halbantigen), das erst nach Kopplung an ein größeres Trägermolekül als Immunogen wirkt.
Bezeichnet z. B. als xeno-, allo- oder isogenes, autologes AG; Auto-, Hetero-, Transplantations-, Tumor-, Virus-AG.

Antihistaminikum: Mittel, das die Wirkung des Histamins abschwächt und zur Behandlung von allergischen Haut- und
Schleimhauterkrankungen eingesetzt wird.

Antiinflammatorisch: gegen eine Entzündung gerichtet.

Antikörper: Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems; Antikörper binden fremde und körpereigene Stoffe wie z. B. Giftstoffe und Viren und machen sie unschädlich. In der Medizin können Antikörper zu diagnostischen und Behandlungszwecken eingesetzt werden.

Antikörpertherapie: in der vorliegenden Broschüre wird unter dem Begriff eine spezielle Art der Immuntherapie verstanden, bei der gezielt HER2-Rezeptoren blockiert werden. Durch HER2-Antikörper können manche Arten von Krebszellen vor übermäßigem Wachstum geschützt werden.

Antimetabolit: zytostatisch wirksame Substanzen, die nach dem Prinzip der kompetitiven Hemmung in den Nukleinsäure- oder Eiweißstoffwechsel (der Krebszellen) eingreifen; im chemischen Aufbau zeigen Antimetabolite nur geringe Unterschiede zu körpereigenen Substanzen. Sie werden als "falsche" Substanzen eingebaut und führen dadurch zur therapeutisch genutzten Störung im Stoffwechsel der Tumorzellen (Fluorouracil).

Antiproliferativ: gegen ein ungezieltes Wachstum gerichtet.

Antiviral: gegen das Virus gerichtet.

Anus praeter: künstlicher Darmausgang in der Bauchhaut.

Apoptose: programmierter Zelltod. Zelluntergang der durch die in der Zelle gespeicherten Erbinformationen ausgelöst und von der Zelle selbst reguliert wird.

Appendix: Wurmfortsatz.

Applikation: Art der Anwendung.

Arterien: Gefäße, die Blut vom Herzen wegleiten. Mit Ausnahme der Lungenarterie, welche vom Herzen zur Lunge führt, wird das sauerstoffreiche Blut transportiert.

Arterielles Blut: Alte Bezeichnung für sauerstoffreiches Blut.

Assoziation: Verknüpfung.

Astrocyten: sternförmige Stützzellen im Gehirn; Untergruppe der Gliazellen.

Astrocytom: Gehirntumor, der von Stützzellen im zentralen Nervensystem, den so genannten Astrocyten, ausgeht. Astrocytome können langsam wachsen (gutartige A.e) oder als bösartige Tumoren vorliegen. Das bösartigste Astrocytom ist dasGlioblastom.

Asymptomatisch: ohne Symptome.

Auflichtmikroskopie: die Betrachtung kleiner Gegenstände erfordert spezielle optische Geräte, so genannte Mikroskope. Hierzu werden verschiedene technische Varianten eingesetzt.

Autoantikörper: diese Art von Antikörpern treten zumeist bei Erkrankungen auf, die vorwiegend durch eine Fehlsteuerung oder Überfunktion bestimmter Teile des Immunsystems ausgelöst werden. Die Antikörper sind hierbei gegen körpereigene Zellen gerichtet.

Autoimmunkrankheit: Krankheit, die ganz oder teilweise auf die Bildung von Autoantikörpern und deren schädigende Einwirkung auf den Organismus bzw. Organsysteme zurückzuführen ist. Hierzu zählt u. a. die autoimmunhämolytische Anämie.

Autologe Knochenmarktransplantation: (griech. autos = selbst aus dem Körper entstanden nicht von außen eingebracht.) Übertragung von eigenem Knochenmark, das nach der Entnahme gereinigt wird.

Axillar: zur Achselhöhle gehörend, in ihr gelegen.

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