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Laparotomie:
operative Öffnung der Bauchhöhle zur Entnahme
von Gewebsproben für diagnostische Zwecke.
Laryngoskop:
Instrument zur direkten Kehlkopfspiegelung,
das mit einer Lichtquelle versehen ist und einen direkten Blick in den
Kehlkopf ermöglicht.
Laryngoskopie:
Kehlkopfspiegelung. Untersuchung des Kehlkopfes
mit Hilfe von Spiegeln (indirekte Laryngoskopie) oder durch Einführen
eines Laryngoskops (direkte Laryngoskopie). Eine Sonderform der indirekten
Laryngoskopie ist die Lupenlaryngoskopie.
Latent: stumm,verborgen.
Latenzphase:
Beschwerdefreie Zeit zwischen der Ansteckung
und dem Ausbruch von Krankheitszeichen.
Leberenzyme:
Blutwerte, mit deren Bestimmung eine Aussage
über die Funktion und/oder eine Zellschädigung der Leber gemacht werden
kann.
Leberzellkrebs:
Von Leberepithelzellen ausgehendes Karzinom
(stromaarm, solid); meist uni- oder multizentrisch bei Zirrhose (fließende
Übergänge vom Regeneratknoten über Adenom zum Karzinom). Diffus infiltrierend
mit typischem Einbruch in die Pfortader oder Vena hepatica. Ätiologie:
chronische Hepatitis B oder C, Leberzirrhose, Aflatoxin B1 (Aspergillus
flavus), Thorotrast®. Meist uncharakteristische Symptome (wie
bei Zirrhose), Ösophagusvarizen, paraneoplastische Erkrankungen. Eventuell
therapieresistenter Aszites. Metastasierung lympho- oder hämatogen vor
allem in die Lungen. Diagnostik: charakteristische Erhöhung von AFP; bildgebende
Verfahren (Sonographie, Computer-, Kernspintomographie, Angiographie);
Feinnadelpunktion u. Histologie. Therapie: Die Resektion ist die einzige
kurative Behandlungsmöglichkeit (Resektionsformen: Segmentresektion, Hemihepatektomie,
Trisegmentresektion oder Lebertransplantation); alternativ bei inoperablen
Situationen systemische u. regionale Chemotherapie oder Chemoembolisation.
Leberzirrhose:
Umbau von Leberzellen in funktionsunfähiges
Gewebe. Narbige Schrumpfung eines Organs. Cirrhosis hepatis = Leberzirrhose.
Leukämie: Sammelbegriff
für Erkrankungen, die durch maligne Transformation hämatopoetischer oder
lymphatischer Zellen entstehen, mit Proliferation u. Akkumulation neoplastischer
Zellen (Leukämiezellen) primär im Knochenmark, meist auch im Blut u. in
lymphatischen Geweben, seltener in anderen Organen. Die Symptome resultieren
aus der Verdrängung normaler Blutzellen, Beeinträchtigung des Immunsystems
u. Infiltration atypischer Zellen in Organe: Anämie, Blutungen (v. a.
infolge Thrombozytopenie), Infektionen (durch Abwehrschwäche); Reizerscheinungen,
Vergrößerung u. Funktionsminderung befallener Organe (z. B. Meningoencephalomyelopathia
leucaemica, evtl. Niereninfiltration). Die Einteilung erfolgt nach morphologischen,
zytochem. u. immunzytologischen Kriterien der atypischen Zellen (myeloisch-lymphatisch),
nach dem Differenzierungsgrad (reifzellig-unreifzellig) und bei der akuten
myeloischen Leukämie entsprechend der "FAB-Klassifikation sowie nach dem
klin. Verlauf (akut bzw. chronisch). Ferner ist die Unterscheidung zwischen
sub- oder aleukämischen (normale oder erniedrigte Leukozytenzahlen im
Blutbild; häufig bei akuter L.) u. leukämischen (erhöhte Leukozyten; meist
bei chron. L.) Verlaufsformen üblich. - Die Ursachen für die Entstehung
einer Leukämie (Leukämogenese) sind nicht eindeutig geklärt; mögliche
Faktoren (Leukämogene), die das Leukämie-Risiko erhöhen, sind v.a. ionisierende
Strahlung (z. B. Atombombenexplosionen, Thorotrast®-Exposition,
Strahlentherapie), einige Chemikalien (v. a. Benzol u. Zytostatika), Viren
(s. a. Onkogen, Tumorviren, HTLV I) sowie genetische Faktoren (vgl. Philadelphia-Chromosom);
häufig finden sich Chromosomenaberrationen.
Leukopenie:
niedriger Gehalt an weißen Blutkörperchen, nach
Chemotherapie.
Leukoplakie:
weißliche Veränderung der obersten Zellschicht
der Schleimhaut. Eine Leukoplakie kann sowohl gutartigen als auch bösartigen
Gewebeänderungen entsprechen.
Leukozyt: (W.
Hewson, 1770) weiße Blutkörperchen, unterschieden als Granulozyten, Lymphozyten
u. Monozyten. Dienen zur Abwehr von Infektionen.
Leukozytenzahl:
die im speziell (meist nach Pappenheim) gefärbten
Blutausstrich (Differenzialausstrich)
ermittelte prozentuale Verteilung der kernhaltigen Zellen, der Leukozyten
und ggf. auch kernhaltiger Erythrozyten u. pathologischer Zellformen.
Leukozytopenie:
Verminderung der im Blut bestimmten weißen Blutkörperchen.
Leukozytose:
Vermehrung der Leukozytenzahl im peripheren
Blut auf Werte > 10.000/µl; vor allem bei Infektionskrankheiten,
lokalen Entzündungen, Leukämie; sowie die physiologische Leukozytose während
der Schwangerschaft, nach schwerer körperlicher Arbeit, nach dem Essen,
bei Rauchern, beim Säugling und Kleinkind; ferner während oder nach Corticosteroid-
oder Lithiumtherapie. Im Differenzialblutbild unterscheidbar als Granulo-,
Lympho-, Monozytose.
Lexikon: alphabetisch
geordnetes allgemeines Nachschlagewerk.
Libido: (lat.)
Begierde, Wollust (Sigmund Freud) die mit dem Sexualtrieb verbundenen
psychischen Erscheinungen bzw. – in späterer Konzeption –
die allgemeine psychische Energie; ein Kernbegriff der Psychoanalyse;
als Libido sexualis (Kraft, mit der der Sexualtrieb im Seelenleben auftritt)
"etwas dem Hunger, dem Machtwillen u. dgl. bei den Ich-Trieben Analoges";
in der späteren Triebtheorie der dem Todestrieb entgegengesetzte Lebenstrieb
(bei C. G. Jung die allgemeine psych. Energie = Lebensenergie).
Liquor: Nervenwasser.
Es umspült das gesamte Gehirn und das Rückenmark und befindet sich auch
im Inneren des Gehirns, wo es die Gehirnkammern ausfüllt.
Logopädie:
Logopäden/-innen sind Spezialisten für die Behandlung
von Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen, u. a. auch für die Erlernung
der Ersatzstimme.
Lokal: örtlich.
Lokalisation:
der genaue Sitz des Tumors im Körper.
Lokalisieren:
den Standort bestimmen.
Lokalrezidiv:
Wiederauftreten einer Krankheit (Rezidiv) am
selben Ort.
Lumbalpunktion:
Einstich in den Wirbelkanal (zwischen dem 3.
und 4. oder 4. und 5. Lendenwirbel-Dornfortsatz) für die Entnahme von
Flüssigkeit (Gehirnwasser, Liquor cerebralis) zur Untersuchung der Zellen
und/oder zur Einträufelung (Instillation) von Medikamenten in den Lumbalkanal.
Lymphangitis:
Entzündung der Lymphbahnen.
Lymphatisch:
mit Lymphe und Lymphknoten zusammenhängend.
Lymphbahnen:
Gefäße des Lymphflusses.
Lymphdrainage:
Entstauungsmaßnahme bei Schwellungen, die durch
verzögerten Lymphabstrom verursacht werden. Dabei werden mit Hand und
Finger leichte Streich- und Druckmassagen durchgeführt, die die Flüssigkeit
in andere Gebiete verteilen, wo sie besser abfließen.
Lymphe: Gewebewasser,
das in einem eigenen Gefäßsystem zu den herznahen Venen transportiert
wird und sich dort wieder mit dem Blut vermischt.
Lymphknoten:
die linsen- bis bohnengroßen Lymphknoten sind
an zahlreichen Stellen des Körpers (Lymphknotenstationen) Filter für das
Gewebewasser (Lymphe) einer Körperregion. Die oft verwendete Bezeichnung
Lymphdrüsen ist falsch, da die Lymphknoten keinerlei Drüsenfunktion besitzen.
Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems.
Lymphome, maligne:
Erkrankungen des lymphatischen Systems. Es handelt
sich um verschiedenste Lymphkrebsarten, die ganz unterschiedliche biologische
Eigenschaften besitzen und in zwei Hauptgruppen unterteilt werden: MorbusHodgkin-
und Non-Hodgkin-Lymphome. Aus ungeklärten Gründen können diese Tumoren
auch im Gehirn auftreten und nehmen hier an Häufigkeit zu.
Lymphozyten:
bestimmte Unterart der weißen Blutkörperchen
(Leukozyten), mit großem, runden Zellkern, die an der Immunabwehr beteiligt
sind. Die Vorläuferzellen der Lymphozyten stammen aus dem Knochenmark,
ihre weitere Entwicklung verläuft in Lymphknoten, Milz und anderen lymphatischen
Organen. Über die Lymphbahnen gelangen sie ins Blut, wo sie 20-50 % der
weißen Blutkörperchen ausmachen. Man unterscheidet drei Arten von Lymphozyten
(B-, T-Lymphozyten und NK-Zellen), die unterschiedliche Funktionen haben.
Lymphsystem:
Sammelbegriff für Lymphgefäße (Vasa lymphatica),
Lymphgefäßstämme (Trunci lymphatici), Milchbrustgang (Ductus thoracicus)
und die regionalen Lymphknoten (Nodi regionales; Nodi lymphatici) sowie
für die diffusen lymphatischen Gewebe (Lymphozyten in Bindegewebe, Schleimhäuten,
Drüsen), die solitären u. aggregierten Lymphfollikel der Gewebe, die Milz
und die lymphoepitheliales bzw. lymphoretikuläres Gewebe enthaltenden
Organe (Tonsillen u. Thymus bzw. Knochenmark).
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