Freitag, 10. September 2010

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Laparotomie: operative Öffnung der Bauchhöhle zur Entnahme von Gewebsproben für diagnostische Zwecke.

Laryngoskop: Instrument zur direkten Kehlkopfspiegelung, das mit einer Lichtquelle versehen ist und einen direkten Blick in den Kehlkopf ermöglicht.

Laryngoskopie: Kehlkopfspiegelung. Untersuchung des Kehlkopfes mit Hilfe von Spiegeln (indirekte Laryngoskopie) oder durch Einführen eines Laryngoskops (direkte Laryngoskopie). Eine Sonderform der indirekten Laryngoskopie ist die Lupenlaryngoskopie.

Latent: stumm,verborgen.

Latenzphase: Beschwerdefreie Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch von Krankheitszeichen.

Leberenzyme: Blutwerte, mit deren Bestimmung eine Aussage über die Funktion und/oder eine Zellschädigung der Leber gemacht werden kann.

Leberzellkrebs: Von Leberepithelzellen ausgehendes Karzinom (stromaarm, solid); meist uni- oder multizentrisch bei Zirrhose (fließende Übergänge vom Regeneratknoten über Adenom zum Karzinom). Diffus infiltrierend mit typischem Einbruch in die Pfortader oder Vena hepatica. Ätiologie: chronische Hepatitis B oder C, Leberzirrhose, Aflatoxin B1 (Aspergillus flavus), Thorotrast®. Meist uncharakteristische Symptome (wie bei Zirrhose), Ösophagusvarizen, paraneoplastische Erkrankungen. Eventuell therapieresistenter Aszites. Metastasierung lympho- oder hämatogen vor allem in die Lungen. Diagnostik: charakteristische Erhöhung von AFP; bildgebende Verfahren (Sonographie, Computer-, Kernspintomographie, Angiographie); Feinnadelpunktion u. Histologie. Therapie: Die Resektion ist die einzige kurative Behandlungsmöglichkeit (Resektionsformen: Segmentresektion, Hemihepatektomie, Trisegmentresektion oder Lebertransplantation); alternativ bei inoperablen Situationen systemische u. regionale Chemotherapie oder Chemoembolisation.

Leberzirrhose: Umbau von Leberzellen in funktionsunfähiges Gewebe. Narbige Schrumpfung eines Organs. Cirrhosis hepatis = Leberzirrhose.

Leukämie: Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch maligne Transformation hämatopoetischer oder lymphatischer Zellen entstehen, mit Proliferation u. Akkumulation neoplastischer Zellen (Leukämiezellen) primär im Knochenmark, meist auch im Blut u. in lymphatischen Geweben, seltener in anderen Organen. Die Symptome resultieren aus der Verdrängung normaler Blutzellen, Beeinträchtigung des Immunsystems u. Infiltration atypischer Zellen in Organe: Anämie, Blutungen (v. a. infolge Thrombozytopenie), Infektionen (durch Abwehrschwäche); Reizerscheinungen, Vergrößerung u. Funktionsminderung befallener Organe (z. B. Meningoencephalomyelopathia leucaemica, evtl. Niereninfiltration). Die Einteilung erfolgt nach morphologischen, zytochem. u. immunzytologischen Kriterien der atypischen Zellen (myeloisch-lymphatisch), nach dem Differenzierungsgrad (reifzellig-unreifzellig) und bei der akuten myeloischen Leukämie entsprechend der "FAB-Klassifikation sowie nach dem klin. Verlauf (akut bzw. chronisch). Ferner ist die Unterscheidung zwischen sub- oder aleukämischen (normale oder erniedrigte Leukozytenzahlen im Blutbild; häufig bei akuter L.) u. leukämischen (erhöhte Leukozyten; meist bei chron. L.) Verlaufsformen üblich. - Die Ursachen für die Entstehung einer Leukämie (Leukämogenese) sind nicht eindeutig geklärt; mögliche Faktoren (Leukämogene), die das Leukämie-Risiko erhöhen, sind v.a. ionisierende Strahlung (z. B. Atombombenexplosionen, Thorotrast®-Exposition, Strahlentherapie), einige Chemikalien (v. a. Benzol u. Zytostatika), Viren (s. a. Onkogen, Tumorviren, HTLV I) sowie genetische Faktoren (vgl. Philadelphia-Chromosom); häufig finden sich Chromosomenaberrationen.

Leukopenie: niedriger Gehalt an weißen Blutkörperchen, nach Chemotherapie.

Leukoplakie: weißliche Veränderung der obersten Zellschicht der Schleimhaut. Eine Leukoplakie kann sowohl gutartigen als auch bösartigen Gewebeänderungen entsprechen.

Leukozyt: (W. Hewson, 1770) weiße Blutkörperchen, unterschieden als Granulozyten, Lymphozyten u. Monozyten. Dienen zur Abwehr von Infektionen.

Leukozytenzahl: die im speziell (meist nach Pappenheim) gefärbten Blutausstrich (Differenzialausstrich) ermittelte prozentuale Verteilung der kernhaltigen Zellen, der Leukozyten und ggf. auch kernhaltiger Erythrozyten u. pathologischer Zellformen.

Leukozytopenie: Verminderung der im Blut bestimmten weißen Blutkörperchen.

Leukozytose: Vermehrung der Leukozytenzahl im peripheren Blut auf Werte > 10.000/µl; vor allem bei Infektionskrankheiten, lokalen Entzündungen, Leukämie; sowie die physiologische Leukozytose während der Schwangerschaft, nach schwerer körperlicher Arbeit, nach dem Essen, bei Rauchern, beim Säugling und Kleinkind; ferner während oder nach Corticosteroid- oder Lithiumtherapie. Im Differenzialblutbild unterscheidbar als Granulo-, Lympho-, Monozytose.

Lexikon: alphabetisch geordnetes allgemeines Nachschlagewerk.

Libido: (lat.) Begierde, Wollust (Sigmund Freud) die mit dem Sexualtrieb verbundenen psychischen Erscheinungen bzw. – in späterer Konzeption – die allgemeine psychische Energie; ein Kernbegriff der Psychoanalyse; als Libido sexualis (Kraft, mit der der Sexualtrieb im Seelenleben auftritt) "etwas dem Hunger, dem Machtwillen u. dgl. bei den Ich-Trieben Analoges"; in der späteren Triebtheorie der dem Todestrieb entgegengesetzte Lebenstrieb (bei C. G. Jung die allgemeine psych. Energie = Lebensenergie).

Liquor: Nervenwasser. Es umspült das gesamte Gehirn und das Rückenmark und befindet sich auch im Inneren des Gehirns, wo es die Gehirnkammern ausfüllt.

Logopädie: Logopäden/-innen sind Spezialisten für die Behandlung von Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen, u. a. auch für die Erlernung der Ersatzstimme.

Lokal: örtlich.

Lokalisation: der genaue Sitz des Tumors im Körper.

Lokalisieren: den Standort bestimmen.

Lokalrezidiv: Wiederauftreten einer Krankheit (Rezidiv) am selben Ort.

Lumbalpunktion: Einstich in den Wirbelkanal (zwischen dem 3. und 4. oder 4. und 5. Lendenwirbel-Dornfortsatz) für die Entnahme von Flüssigkeit (Gehirnwasser, Liquor cerebralis) zur Untersuchung der Zellen und/oder zur Einträufelung (Instillation) von Medikamenten in den Lumbalkanal.

Lymphangitis: Entzündung der Lymphbahnen.

Lymphatisch: mit Lymphe und Lymphknoten zusammenhängend.

Lymphbahnen: Gefäße des Lymphflusses.

Lymphdrainage: Entstauungsmaßnahme bei Schwellungen, die durch verzögerten Lymphabstrom verursacht werden. Dabei werden mit Hand und Finger leichte Streich- und Druckmassagen durchgeführt, die die Flüssigkeit in andere Gebiete verteilen, wo sie besser abfließen.

Lymphe: Gewebewasser, das in einem eigenen Gefäßsystem zu den herznahen Venen transportiert wird und sich dort wieder mit dem Blut vermischt.

Lymphknoten: die linsen- bis bohnengroßen Lymphknoten sind an zahlreichen Stellen des Körpers (Lymphknotenstationen) Filter für das Gewebewasser (Lymphe) einer Körperregion. Die oft verwendete Bezeichnung Lymphdrüsen ist falsch, da die Lymphknoten keinerlei Drüsenfunktion besitzen. Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems.

Lymphome, maligne: Erkrankungen des lymphatischen Systems. Es handelt sich um verschiedenste Lymphkrebsarten, die ganz unterschiedliche biologische Eigenschaften besitzen und in zwei Hauptgruppen unterteilt werden: MorbusHodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome. Aus ungeklärten Gründen können diese Tumoren auch im Gehirn auftreten und nehmen hier an Häufigkeit zu.

Lymphozyten: bestimmte Unterart der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), mit großem, runden Zellkern, die an der Immunabwehr beteiligt sind. Die Vorläuferzellen der Lymphozyten stammen aus dem Knochenmark, ihre weitere Entwicklung verläuft in Lymphknoten, Milz und anderen lymphatischen Organen. Über die Lymphbahnen gelangen sie ins Blut, wo sie 20-50 % der weißen Blutkörperchen ausmachen. Man unterscheidet drei Arten von Lymphozyten (B-, T-Lymphozyten und NK-Zellen), die unterschiedliche Funktionen haben.

Lymphsystem: Sammelbegriff für Lymphgefäße (Vasa lymphatica), Lymphgefäßstämme (Trunci lymphatici), Milchbrustgang (Ductus thoracicus) und die regionalen Lymphknoten (Nodi regionales; Nodi lymphatici) sowie für die diffusen lymphatischen Gewebe (Lymphozyten in Bindegewebe, Schleimhäuten, Drüsen), die solitären u. aggregierten Lymphfollikel der Gewebe, die Milz und die lymphoepitheliales bzw. lymphoretikuläres Gewebe enthaltenden Organe (Tonsillen u. Thymus bzw. Knochenmark).

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